Diese Geschichte beginnt nicht mit einer Genossenschaft. Sie beginnt mit einem Grundstück, zwei gescheiterten Plänen und ein paar Menschen, die trotzdem nicht aufgeben wollten. Hier erzählen wir, wie daraus Probstheida Wohnvielfalt wurde, und was als Nächstes ansteht.
Vier Kapitel, vier Wegpunkte. Auf einen Punkt klicken, um die Geschichte zu lesen.
Am Anfang stand ein Grundstück und ein Versprechen. Die Evangelisch-Lutherische Kirchgemeinde Probstheida-Störmthal-Güldengossa-Wachau wollte ihre Fläche in der Russenstraße schon vor Jahren einem sozialen Zweck geben, in Erbpacht, nicht zum Verkauf. Der erste Plan war eine Kita. Sie kam über die Idee nicht hinaus. Leider entschied die Stadt Leipzig, dass in den kommenden Jahren keine zusätzlichen Kindergartenplätze gebraucht werden. Die Pläne für den Kindergartenneubau wurden gestoppt.
Der nächste Versuch klang vielversprechend. Ein gemeinnütziger Träger sollte ein inklusives Wohnprojekt entwickeln, Schiller Architektur lieferte die Vorplanung, und Bebaubarkeit sowie Bruttogebäudefläche waren in einer ersten Bauberatung bereits geklärt. Auf dem Papier stand plötzlich ein ganzes kleines Quartier, mit Cluster-WGs für Menschen mit Behinderung, bezahlbaren Einzelwohnungen und frei vermietbarem Wohnraum, der die Gesamtfinanzierung tragen sollte, dazu ein Gemeinschaftsraum für die Kirchgemeinde, ein Café und Gewerbeflächen für einen Pflegedienst oder eine Physiotherapie, dazu ein Garten für alle. Man konnte sich das schon richtig gut vorstellen.
Dann zerschlug sich auch dieser Plan. Die Verantwortlichen konnten das Vorhaben nicht wie geplant weiterführen und wandten sich an das Netzwerk Leipziger Freiheit.
Das Netzwerk Leipziger Freiheit kannte zu diesem Zeitpunkt bereits eine andere Gruppe, begleitet vom Innovativen Netzwerk Wohnen mit Behinderung, kurz INWOB. Es waren Eltern, deren Kinder mit Behinderung leben und die sich schon lange für ein eigenes Wohnprojekt interessierten, ohne selbst am Steuer zu sitzen. Jetzt brachte das Netzwerk beide Seiten zusammen und stellte den Eltern eine Frage, die alles änderte. Trauen sie sich zu, das Projekt von hier an selbst zu tragen? Kein Bauträger mehr im Rücken, nur sie, ihre Kinder und die eigene Entschlossenheit.
Sie sagten Ja, und damit begann die eigentliche Arbeit. Termin um Termin wurde nach Mitstreiterinnen und Mitstreitern gesucht. Immer wieder klopften Interessierte an, hörten zu, nickten, und waren beim nächsten Treffen nicht mehr da. Auch aus der Elterngruppe selbst lösten sich mit der Zeit Menschen, weil ein neuer Job dazwischenkam, ein Umzug, eine Krankheit, oder einfach die leise Sorge, dass all die Mühe am Ende doch ins Leere läuft.
Am Ende blieb eine Handvoll Menschen übrig, die trotzdem am Grundstück in der Russenstraße festhielten, auch als das Projekt längst kein sicherer Weg mehr war, sondern nur noch eine Richtung wurde. Sie sind heute die Initiatorinnen und Initiatoren von Probstheida Wohnvielfalt. Alles, was seither entstanden ist, verdankt sich genau dieser Hartnäckigkeit, in klaren Schritten, die von hier an erzählt werden.
Die Initiatorinnen und Initiatoren gründen die Probstheida-Wohnvielfalt GbR, die schnellstmögliche Rechtsform, um von Anfang an handlungsfähig zu sein, mit der Landeskirche über einen Erbbaurechtsvertrag zu verhandeln und der Kirchgemeinde zu zeigen, dass es voran geht.
Als eigenständige Bauherrinnen und Bauherren entwickeln wir das Projekt neu und nach unseren eigenen Vorstellungen. Nach Gesprächen mit vier Architekturbüros mit Erfahrung in Wohnprojekten fällt die Entscheidung auf Dirk Stenzel von ASUNA . Er bringt viel Kompetenz mit, Erfahrung mit Wohnprojektgruppen und eine gute Vernetzung in Leipzig.
Die GbR eröffnet ihr Geschäftskonto bei der Sparkasse Leipzig. Damit ist eine wichtige organisatorische Grundlage für die weitere Projektentwicklung geschaffen.
Wir sind beim Netzwerktreffen dabei und berichten hier im Anschluss, was wir mitgenommen haben.
Das Grundstück ist reserviert, der Erbbaurechtsvertrag mit der Kirchgemeinde wird mit der Genossenschaftsgründung abgeschlossen. Parallel dazu gewinnen wir weitere Mitgestalterinnen und Mitgestalter für genau diese Genossenschaftsgründung. Auch das Kirchgemeindefest steht an. Dieser Bereich wächst mit jedem Termin, den wir wahrnehmen, schauen Sie gern wieder vorbei.
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